Klinik-Alltag mit Mandarine


"Hej, wir sind gut - nur noch acht Knoten!"

von Katrin Behr 

Clown Mandarine besucht Maik und Jens, beide 7 Jahre alt. Sie sitzen auf Ihren Betten. Maik vertieft sich erst mal in seine Faltblätter, als Mandarine hereinkommt. Jens schaut erwartungsvoll und spricht: „Ich hab´ dich schon gesehen, du hängst da draußen auf dem Flur!“ Mandarine: „Äh? Ich? Ich bin doch hier, oder?“
Jens zeigt auf Mandarines Foto auf dem Flur und lacht.
Mandarine auch: „Stimmt. Ich hänge auf dem Flur“. Maik grinst inzwischen auch.

Mandarine geht jetzt zu Jens Bett. Dort liegt ein Game-Boy auf der Bettdecke, der piepst. Mandarine hält ihn ans Ohr: „Hallo? Hallo....Wer ist denn da?“ Mandarine blickt auf und sieht ein Mädchen in der offenen Tür stehen. Sie guckt neugierig und etwas schüchtern. „Hallo“ freut sich Mandarine, „hast du mich angerufen?“
Das Mädchen schüttelt den Kopf und schmunzelt. Mandarine: „Ich bin Mandarine. Das sind Jens und Maik. Wie heißt du denn?“ „Svenja“ kommt die Antwort fröhlich. „Hallo Svenja, schön dich zu sehen.“ 

Mandarine sieht auf Maiks Nachttisch den Klingelknopf liegen, mit dem man nach den Schwestern klingeln kann. Sie nimmt ihn, hält ihn ans Ohr: “Haalo. Haalo. Der andere Apparat ist leider kapuhut.“ ruft Mandarine laut und deutlich in den vermeintlichen Hörer. Sie lauscht, ob eine Antwort kommt. „Meldet sich auch keiner.“ wendet sich Mandarine verwundert an die Kinder.
Die Kinder kichern.

Da erblickt Mandarine oben auf der Lichtleiste zwischen beiden Betten ein klassisches Krankenhaustelefon mit den üblichen 3m bereits leicht vertüdeltem,  schwarzen Kabel. Mandarine freut sich bei dem Anblick, schnappt sich das Telefon, zeigt es mal Jens auf der linken Seite, mal Maik auf der rechten Seite, dreht sich dabei, winkt mit dem Telefonhörer Svenja in der Tür zu, die sich sehr amüsiert. Mandarine bemerkt schließlich was passiert ist.
„Hallo. Hallo. Ich bin total vertüdelt. Können Sie mir helfen?“ fragt sie ins Telefon.
Sie horcht .“Unglaublich, der hat einfach aufgelegt.“

Sie versucht selber sich zu befreien, was ihre Lage noch schlimmer macht. Svenja liegt vor lauter Lachen inzwischen neben ihrem Infusionsständer. Als Mandarine so da steht, springt Maik aus seinem Bett: “Oh Mandarine, ich helfe dir jetzt mal.“ Mandarine freut sich, Maik entwirrt die Schnur. 
„Kinder sind wir gut, nur noch 8 Knoten!“ freut sich Mandarine. “Mal ganz ehrlich Maik, du hast mich gerettet.“ 

Post in meinem Briefkasten

Auf dem Flur unserer Abteilung hängt ein Postkasten nur für Mandarine. Mandarine findet eines Mittwochs folgende Post:
Ein gefaltetes Blatt mit einem Schmetterling in grün und orange gemalt. Oben darüber steht in Druckschrift: „Liebe Mandarine, besuch Lisa in Zimmer 215. Lisa ist meine Freundin. Kristina.“ Später treffe ich Kristina auf dem Flur: „Erinnerst du dich an mich? Ich war letztes Jahr da.“ „Na klar, wir haben einen Schmetterling aus Papier gezaubert“, erinnert sich Mandarine. „Ja genau und der kann die Flügel bewegen.“ begeistert sich Kristina. „Ist er nicht davon geflattert?“ erkundigt sich Mandarine. 
„Nein, er sitzt zuhause an meinem Bett. Du Mandarine, ich hab dich gern.“
„Du Kristine,  ich hab dich auch gern.“

Fliegt ein Zauber herbei

Mandarine kommt gerade ins Zimmer, als Vivien zu weinen beginnt. Ihr Papa soll kommen. Vivien  liegt schlapp und blass in ihrem Bett. Die Anstrengung und Anspannung des Operationstages stehen ihr ins Gesicht geschrieben. Ihre Tante hat sich zu ihr ins Bett gelegt und versucht sie zu trösten. Sie streichelt sie und erinnert sie, dass Papa bald kommt und bei ihr schläft. Aber das tröstet sie nicht und sie weint noch mehr.

Mandarine setzt sich hinter das Fußende des Bettes und fragt: „ Magst du eigentlich Seifenblasen?“ „Mal sehen.“
Dann pustet Mandarine ganz sachte 3 regenbogenbunte Seifenblasen. Die schweben über dem Bett. Es ist als ob die Sonne aufgeht. Vivien schaut erstaunt, dann neugierig. Ja sie liebt Seifenblasen.
„Die mögen dich auch, die fliegen alle zu dir.“ meint Mandarine. Vivien lächelt und spielt mit den Seifenblasen. Ihre Tante freut sich: „ Das war das erste Lächeln heute.“

Katrin Behr (Mandarine):

Als Clinic-Clown spüre ich, dass das Engagement der Klinik, der Region, aus der ich komme, des Vereins und seiner Mitglieder einen tragfähigen Rahmen für sensible Clownarbeit bilden. Was Dank Ihrer/ Eurer Hilfe dabei vor Ort entsteht, erleben wir Clowns mit den Kindern, Ihren Familien, Freunden und den Stationsteams täglich auf den Stationen. Als Dankeschön dafür lade ich Sie/Euch ein, Clown Mandarine aus Uelzen über die Schulter zu schauen.

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